www.walter-linse.de › Beim UFJ in Berlin

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1949 verließ Linse Chemnitz und die SBZ/DDR und ließ sich im amerikanischen Sektor von Berlin nieder. Zuerst arbeitete er als Syndikus in einem Unternehmen, doch als er Kontakt zum UFJ erhielt und man ihm den Aufbau der Abteilung Wirtschaft antrug, konnte er nicht widerstehen. Er wechselte den Arbeitgeber und ließ sich von nun an von seinen zahlreichen Mitarbeitern, die in der DDR wohnten, über den Zustand der Wirtschaft der informieren. Außerdem galt sein Augenmerk der Differenz zwischen dem Recht der DDR und der Rechtswirklichkeit und der Möglichkeit, die Öffentlichkeit über diese Zustände zu informieren. Sein Arbeitgeber, der UFJ, finanzierte sich hauptsächlich aus Mitteln amerikanischer Geheimdienste und des Bundesministeriums für gesamtdeutsche Aufgaben, dessen üppig ausgestatteter »Reptilienfonds« der parlamentarischen Kontrolle entzogen war – eine eigenartige Umgebung ist das Milieu der Geheimdienste. Doch war Linse deshalb auch ein »Spion«? Nein, denn gemessen an westdeutschen Standards war er eher ein Journalist, der über die DDR berichten wollte, und fungierte als Anwalt für die Ostdeutschen, die von Enteignung und Schikanen betroffen waren und über die offene Grenze kamen, um sich Rat für die Gegenwehr gegen die Maßnahmen des Unrechtsregimes zu holen. Die SED machte aus jeder Information ein Staatsgeheimnis, und deshalb war für sie jeder ein »Spion«, der nicht bereit war, die Propaganda nachzuplappern – aber das sollte nicht der Maßstab sein, die Arbeit Linses zu bewerten. Darüber hinaus pflegte er persönlich keine Kontakte zu der Schattenwelt. Vielleicht war ihm nicht bewusst, wie gefährlich seine Arbeit war, denn er verhielt sich insgesamt unvorsichtig, schlug gar konkrete Warnungen und Mahnungen, sich beispielsweise einen Decknamen zuzulegen, in den Wind. Und so hatte das MfS relativ leichtes Spiel, Linses Gewohnheiten auszukundschaften und eine Bande mit Verbrechern zusammenzustellen, die ihn »festnehmen« sollte. Weiter

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