www.walter-linse.de › Die lange Ungewissheit

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Die Nachricht von der dreisten Verschleppung Linses verbreitete sich in Windeseile. Linses Arbeitskollegen waren schockiert und mussten nun feststellen, wie groß die Gefahr tatsächlich war. Linses Frau Helga befand sich gerade in der Bundesrepublik; sie eilte sofort nach Berlin. In einer Debatte des Bundestages fand Willy Brandt angemessene Worte zur Würdigung der Arbeit von Linse und des UFJ. Am 10. Juli versammelten sich 10.000 Demonstranten vor dem Schöneberger Rathaus in West-Berlin, um die Freilassung Linses zu fordern. Der Regierende Bürgermeister, Ernst Reuter, rief der Menge hilflos zu: »Er muss uns zurückgegeben werden!« Doch nicht alle solidarisierten sich mit dem Verschleppten, manche verschmähten ihn – und beileibe nicht nur die SED-Propaganda. Auch die amerikanische Besatzungsmacht war empört, konnte aber wenig tun. Die sowjetischen Besatzer schwiegen sich derweil aus, leugneten ebenso wie das SED-Regime, irgend etwas mit dem Verbrechen zu tun zu haben. Deshalb liefen alle Proteste ins Leere, blieben wirkungslos. Während des Sommers wurden umgekehrt in der DDR mehrere UFJ-Mitarbeiter in Schauprozessen zu Haftstrafen verurteilt. Den Kriminalisten der West-Berliner Polizei gelang es indes, das Verbrechen zum Teil aufzuklären. Da einer der Täter seinen Mund nicht halten konnte, wurde er von einem V-Mann nach West-Berlin gelockt, wo er bei einem Einbruchversuch festgenommen werden konnte. Nur Linse blieb verschwunden, er war wie vom Erdboden verschluckt. Erst als die DDR nicht mehr existierte und die MfS-Akten geöffnet wurden, konnte sein Schicksal rekonstruiert werden. 1996 wurde er vom Generalstaatsanwalt der russischen Föderation rehabilitiert.

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